Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) veröffentlichte gestern die erste Meldung zum Staatsdefizit und zur Bruttostaatsverschuldung für den Euroraum für das Jahr 2015. Im Jahr 2015 lagen die Bruttostaatsschulden in der Eurozone (EU19) bei 90,7% des nominalen BIPs, dies entsprach Bruttostaatsschulden in Höhe von 9440,246 Mrd. Euro. Das Defizit lag 2015 bei -2,1% des nominalen BIPs.
Bedenklich sieht es weiter vor in Italien aus, mit 132,7% beim Schuldenverhältnis, in Portugal mit 129,0% und in Spanien mit nun 99,2%. Griechenland bleibt ein faktischer Pleite-Staat mit 176,9% Staatsschulden des nom. BIPs. Sichtbare, relevante Verbesserung zeigt sich in Irland, mit jetzt noch 93,8% Staatsschulden zum BIP, nach 107,5% 2014 und nach 120,0% 2013 (Irland 2015: nom. BIP: +13,5% zum Vorjahr, reales BIP +7,8%). Nur nominales BIP-Wachstum, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder eben Schuldenschnitte lindern die Probleme, alles andere führt zu nichts. Historisch niedrige Zinsen, Aufkaufprogramme von Staatsanleihen schinden zwar Zeit, lösen aber das zu Grunde liegende Problem nicht!